Trail-Guide

Flussquerungen am Laugavegur: wo sie liegen und wie du sicher durchkommst

Welche Flüsse du auf dem Laugavegur furten musst, welche eine Brücke haben, was du an den Füßen tragen solltest und wie du Gletscherflüsse sicher durchquerst.

✓ Zuletzt geprüft: 15. Oktober 2026· 2 Min. Lesezeit

Wanderer mit Trekkingstöcken waten durch einen flachen Gletscherfluss in einem steinigen Tal

Vor den Flussquerungen haben viele Wanderer auf dem Laugavegur den meisten Respekt. Unter normalen Sommerbedingungen sind sie kalt, ein bisschen aufregend und gut machbar. Gletscherflüsse ändern sich aber schnell, deshalb lohnt es sich zu wissen, was dich erwartet.

Durch welche Flüsse musst du waten?

Laut Ferðafélag Íslands musst du mindestens drei Flüsse furten. Von Nord nach Süd:

Fluss Wo Was dich erwartet
Grashagakvísl Tag 2, kurz vor Álftavatn Meist flach. Früh in der Saison kann es noch Schneebrücken geben. Trau ihnen nicht.
Bratthálskvísl Tag 3, kurz nach Álftavatn Kurz, meist knöchel- bis knietief.
Bláfjallakvísl Tag 3, zwischen Hvanngil und Emstrur Die breiteste Furt; knietief, nach Regen auch tiefer.
Þröngá Tag 4, kurz vor Þórsmörk Die letzte Furt. Kann reißend sein und ist nach starkem Regen riskant.

Flüsse mit Brücke

Nicht waten musst du durch die Kaldaklofskvísl (Fußgängerbrücke bei Hvanngil), die Innri- und Fremri-Emstruá (Fußgängerbrücken über eine tiefe Schlucht bei Emstrur) und die Krossá in Þórsmörk, wenn du die Fußgängerbrücke nimmst. Versuch niemals, die Krossá zu durchwaten: Sie ist dafür berüchtigt, selbst 4×4-Fahrzeuge mitzureißen.

Was du an den Füßen trägst

  • Sandalen mit Fersenriemen oder alte Trailschuhe. Nie barfuß: Das Flussbett ist steinig, und das Wasser ist so kalt, dass du deine Füße nicht mehr spürst.
  • Neoprensocken machen gegen die Kälte einen riesigen Unterschied.
  • Ein kleines Handtuch, um dich abzutrocknen, bevor du wieder in die Stiefel schlüpfst.

So kommst du sicher rüber

  1. Erst schauen, dann gehen. Such die breiteste Stelle: Breites Wasser ist meist flacher und langsamer. Halte nach den Markierungsstangen an beiden Ufern Ausschau.
  2. Öffne Hüftgurt und Brustgurt, damit du aus dem Rucksack schlüpfen kannst, falls du stürzt.
  3. Nutz deine Stöcke. Steh mit dem Gesicht gegen die Strömung oder geh leicht schräg flussabwärts und beweg immer nur einen Punkt: zwei Füße und ein Stock oder zwei Stöcke und ein Fuß stehen immer auf dem Flussbett.
  4. Geht gemeinsam. Hakt euch in einer Reihe oder im Dreieck unter. Gruppen stehen viel stabiler als Einzelne.
  5. Geh früh. Gletscherflüsse steigen im Lauf des Tages, wenn die Sonne das Eis schmilzt. Morgens ist der Wasserstand meist niedriger.
  6. Im Zweifel: warten. Nach starkem Regen kann der Pegel innerhalb weniger Stunden wieder sinken. Frag vor dem Aufbruch den Hüttenwart nach den Bedingungen.

Faustregel: Wenn dir das Wasser über die Knie reicht und schnell fließt, geh nicht durch. Kehr um oder warte.

Nach der Furt

Abschütteln, Füße trocknen, trockene Socken an und in Bewegung bleiben, um wieder warm zu werden. Eine Thermoskanne mit einem heißen Getränk zu Beginn des Tages ist ein Luxus, den du nicht bereuen wirst.

Quellen

FÍ – Laugavegur Wegbeschreibung, Safetravel.

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